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Siegerlandmuseum Peter Paul Rubens und die Kunst des 17. Jahrhunderts [RS 414/R 301]

Amazonenschlacht von Lukas Vorsterman nach Rubens

Amazonenschlacht von Lukas Vorsterman nach Rubens (Verein der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums e.V. CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Verein der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums e.V. (CC BY-NC-SA)

Description

Amazonenschlacht, Kupferstich von Lukas Vorsterman nach Rubens, datiert 1623.

Kupferstich aus sechs Platten mit Rubens-Privilegformel und der Widmung an Alatheia Thalbot, 1. Zustand. Gemäldevorlage heute in München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, ursprünglich gemalt im Auftrag des Antwerpener Kaufmanns Cornelis van der Geest (1577-1638), datiert um 1618
Widmungsinschrift: Der ausgezeichnetsten Heldin Alathia Taboth, der sehr vortrefflichen Gattin des britischen Hofmarschalls Graf Arundel, hat Peter Paul Rubens diese Amazonenschlacht als Beweis der Willfährigkeit und Ehrerbietung mit Freuden verdientermaßen gegeben und zugeeignet.Die Amazonenschlacht erzählt von einem Volk kriegerischer Frauen, die im Nordosten Kleinasiens einen eigenen Staat gründeten. Sie waren beritten, mit Pfeil, Bogen und einem Schwert bewaffnet. Ihr Stammvater und Gott war der Kriegsgott Ares. Die Amazonensage wurde mit verschiedenen Motiven verbunden. Auch Rubens Fassung des Themas lässt verschiedene Deutungen zu. Am wahrscheinlichsten scheint der von Herodot, Plutarch und Justinus geschilderte Kampf der Griechen gegen die Amazonen am Fluss Thermoden. Das Gemälde gilt als die bedeutendste Schlachtenschilderung des flämischen Barockmeisters Rubens. In der Komposition sind einzelne Kampfepisoden miteinander verknüpft. Sie kulminieren im Geschehen der sich aufbäumenden Wucht der Pferde und Reiter auf der Brücke. Der nach der Gemäldevorlage entstandene Kupferstich ist aus sechs Platten unterschiedlicher Größe zusammengesetzt. Das Ergebnis ist die größte grafische Arbeit, die bis dahin in Europa gestochen wurde. Es sollte der großformatigste Stich innerhalb der Rubens Grafiken mit Privileg bleiben.Bereits in einem Brief an Pieter van Veen (1562-1629) vom 23. Januar 1619 nennt Rubens "Eine Schlacht zwischen Griechen und Amazonen", für die er neben anderen Motiven das Privileg erwerben möchte (Briefe XXXV Seite 94ff.). In einem weiteren Schreiben, datiert 19. Juni 1622, beschwert er sich dann über die zu langsame Arbeitsweise des Stechers Lucas Vorsterman, der zu diesem Zeitpunkt bereits zum erklären Feind des Meisters geworden war "Ich habe noch eine Amazonenschlacht, in 6 Blättern, denen noch einige Tage Arbeit fehlt, aber ich kann sie den Händen des Mannes nicht entreißen, obwohl die Arbeit schon seit drei Jahren bezahlt ist." (Briefe XLVI Seite 106). Vorsterman erwies in dem großformatigen Ergebnis seine Brillanz, in dem er Dunkelheiten und lichte Partien wirkungsvoll nebeneinander setzte und Zwischentöne durch feine Taillen und verbindende Punkte erreichte. Rubens widmete das Blatt Alatheia Thalbot (um 1585-1654), im Widmungstext fälschlicherweise Talboth geschrieben, ggf. die letzte Rache des Stechers gegenüber seinem ehemaligen Auftraggeber Rubens. Die Tochter des Earl of Shrewsbury und Patentochter der englischen Königin Elisabeth I. war seit 1606 mit Thomas Howard Earl of Arundel (1585-1646), dem einflussreichen Diplomaten am Hof Jakob I. und Karl I., verheiratet. Wie ihr Gatte bewunderte sie die Arbeiten des Flamen und sammelte seine Werke. Rubens malte nicht nur ein Familienbildnis, er porträtierte die Aristokratin umgeben von einem Teil ihres Hofstaates (München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen). Die Amazonenschlacht, die sich selbst Werke anderer Künstler als kompositorisches Vorbild nahm (besonders der verlorene Karton zur Anghiarischlacht von Leonardo da Vinci und Raffaels Konstantinschlacht werden zitiert) wurde zur Anregung vieler Künstler bis hinein ins 20. Jahrhundert.
Text von Ursula Blanchebarbe

Material / Technique

Papier

Measurements ...

H x B: 855 mm x 1197 mm

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[Last update: 2017/12/06]

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