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Siegerlandmuseum Volkskunde und Besonderheiten [K 134]

Krug mit Szenen aus der Geschichte der Judith

Krug mit Szenen aus der Geschichte der Judith (Verein der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums e.V. CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Verein der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums e.V. (CC BY-NC-SA)

Description

Krug mit Szenen aus der Geschichte der Judith, Anfang 17. Jahrhundert, aus Westerwälder Keramik. Das graue Steinzeug ist salzglasiert und kobaltblau bemalt. Runder Fußring aus Zinn, darauf sich weitender Korpus mit angerundeter Schulter und zylindrischem Hals. Der Ablauf mit senkrechten Kehlungen und gestempelten Motiven, der zylindrische Mittelteil der Wandung mit der Geschichte von Judith und Holofernes in acht Rundbogenarkaden. Die Schulter alternierend mit aufgelegten Eicheln bzw. Gitterwerk. Um den Hals Rundmedaillons mit Löwenmasken und Greifen, darin Monogramm MK. Profilierter Henkel und Zinnklappdeckel ohne Marke.Die Szenen zeigen Judith zwischen Priester und Krieger, der schlafende Holofernes in seinem Zelt vor der Stadt, Judith und Holofernes beim Gelage, Judith enthauptet Holofernes, aufgeregte Soldaten im Zeltlager. Die umlaufende Inschrift darüber ist verstümmelt.

Aus dem Kannenbäckerland kommt die hellgraue, hartgebrannte und mit blauer Kobaltmalerei verzierte mit Salzglasur versehene Westerwälder Keramik. Ende des 16. Jahrhunderts brachten aus Siegburg und Raeren bei Aachen zugewanderte Meister das im Westerwald ansässige Handwerk zu künstlerischer Blüte. Im 17. Jahrhundert traten barocke Formen und ein farbiger, plastischer Dekor auf, der im 18. Jahrhundert durch eingestempelte Muster abgelöst wurde. Es kam Manganviolett als neue Dekorfarbe hinzu. Bis heute werden "Bembel" für Apfelwein aus Westerwälder Steinzeug hergestellt.Benutzt werden sie als Gurkentöpfe, Küchenschüsseln, Mehl- und Salzgefässe, Krüge und Bierseidel. Die Siegerländer Haubergsfrauen nahmen Kaffeekrüge mit zur Arbeit und nicht selten steht das Steinzeug-Geschirr bis heute als Zierde hinter dem Glas des Küchenschranks. Das produktivste Herkunftsgebiet für Steinzeug war der Westerwald, der deshalb im Volksmund auch den Beinamen Kannenbäckerland erhielt. Zum Ende des 16. Jahrhunderts bildete das Töpfergewerbe sich schlagartig zum Kunsthandwerk um. Durch die Zuwanderung von Töpfern aus Siegburg und Raeren kam es zur Verschmelzung der stilistischen Eigenheiten des Steinzeugs der verschiedenen Regionen. Erst nach vielen Streitigkeiten brachte man eine gemeinsame Zunftordnung zustande, die die Koexistenz aller Vorstellungen regelte.Typische Merkmale des Westerwälder Steinzeugs sind eingeritzte Ranken, Zirkelschlag und Sternornamente. Maßgeblich für die hohen Produktionszahlen dieser Massenware war die Fertigung von Vorratsgefäßen für den Haushalt. Markenzeichen ist der graue, hartgebrannte Ton und die Salzglasur, bei der der Brand durch den Zusatz von Kochsalz geschieht. Dadurch wasserdicht und frostfest war der Kannenbäckerware oft eine lange Lebensdauer beschieden. 1709 bekam das Steinzeug harte Konkurrenz durch die Erfindung des Porzellans, das besonders in den Herrschaftshäusern schnell Fuß fassen konnte.
Text von Ursula Blanchebarbe

Material / Technique

Keramik

Measurements ...

H: 410 mm, Dm Öffnung oben: 70 mm, Dm Fuß: 122 mm

Created ...
... who:
... when
... where

Relation to places ...

Literature ...

Tags

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[Last update: 2017/06/07]

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