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Siegerlandmuseum Wirtschaftsgeschichte der Region mit Schaubergwerk [o. Inv.]

Regulier-Füllofen, sogenannter Märchenofen

Regulier-Füllofen, sogenannter Märchenofen (Verein der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums e.V. CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Verein der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums e.V. (CC BY-NC-SA)

Description

Regulier-Füllofen mit Darstellungen des Märchens von den sieben Raben und ihrer frommen Schwester nach Moritz von Schwind, sogenannter Märchenofen, um 1880. Aus dem Werk der Warsteiner Gruben- und Hüttenwerke.

Bei dem sogenannte Märchenofen handelt es sich um einen Regulier-Füllofen. Er wurde um 1880 im Zweigwerk Holzhausen (bei Homberg/Efze) der Warsteiner Gruben- und Hüttenwerke hergestellt. Dieser traditionsreiche Betrieb wurde 1968 liquidiert, alle Gussmodelle, Formen oder Archivalien wurden zerstört. Von diesem speziellen Modell sind nur zwei Exemplare bekannt. Neben seiner Funktion als Wärmespender hatten diese dekorativen Öfen auch einen bedeutenden kunsthandwerklichen Wert. Sie galten als Parameter für die Stellung einer Familie. Wer ein solches von den kräftigen Beinen des Aschenkastens bis zur kreuzblumenbekränzten Kugel auf dem stilisierten Satteldach durchgestaltetes Schmuckstück besaß, der wollte und konnte etwas darstellen. Deshalb ist der Ofen zusätzlich mit Reliefs verziert. Sie beruhen auf einem Zyklus von 15 Aquarellen, die Moritz von Schwind (1804-1871) im Sommer 1858 vollendete. Sein über 2 Meter langer und 76 Zentimeter hoher Fries wurde beim 700jährigen Jubiläum der Stadt München der Öffentlichkeit vorgestellt und anschließend vom Großherzog von Sachsen-Weimar angekauft. Das verbildlichte Märchen von den sieben Raben war in seiner romantischen Umsetzung im 19. Jahrhundert sehr bekannt: Einem Vater werden nach sieben Jungen ein Mädchen geboren. Als die Brüder um einen Krug streiten und dieser in einen Brunnen fällt, trauen sie sich nicht mehr nach Hause. In seinem Ärger verwünscht der Vater seine Jungen zu Raben. Das Mädchen, zunächst ahnungslos, macht sich auf die Suche nach den Brüdern. Nach erheblichen Mühen gelingt es, die verwunschenen sieben Brüder zu befreien. Für den Ofen wurde die Geschichte auf insgesamt acht Bilder reduziert. Die Erzählung beginnt auf der rechten Schmalseite in rechteckigen übereinander gesetzten Feldern und wird an der linken Seite fortgeführt. Das glückliche Ende befindet sich auf dem dreibogigen zentralen Feld an der Vorderseite des Ofens. Die szenischen Bilder werden durch sieben Raben und ein Medaillonbildnis des Malers Schwind ergänzt. Die Tür zur Kochröhre ist mit stilisierten Adlern in durchbrochener Arbeit geziert, die nach Vorlagen von mittelalterlichen Teppichen der Wartburg angelegt wurden. Die Eisenreliefs wirken gegenüber den aquarellierten Vorlagen vergröbert.Das Putzen eines solchen reich dekorierten Ofens bedeutete zwei Tage Arbeit. Man benutzte dazu eine Mischung aus fein zerstoßener Asche und machte die Oberfläche anschließend mit einer frisch geräucherten duftenden Speckschwarte zum Glänzen.Text von Ursula Blanchebarbe

Material / Technique

Eisen

Measurements ...

H: 1890 mm

Literature ...

Tags

[Last update: 2017/04/18]

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