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Geomuseum der WWU Münster Fossilien Westfalens (Kreide) [80/530]

Schienbeine des Dinosauriers Iguanodon

Schienbeine des Dinosauriers Iguanodon (Geomuseum der WWU Münster CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Geomuseum der WWU Münster (CC BY-NC-SA)

Beschreibung

Diese Schienbeine des Dinosauriers Iguanodon bernissartensis BOULENGER ("Leguanzahn") stammen von einem jungen, etwa 2,7 m langen und einem ausgewachsenen, etwa 8 m langen Tier. Sie zeigen, wie Iguanodon wuchs: Mit der Längenzunahme von 2,7 m auf über 8 m (fast eine Verdreifachung) ging noch nicht einmal eine Verdoppelung der Beinlänge einher.

Iguanodon war ein pflanzenfressender, ca. 10 m lang werdender Saurier, dessen bekanntestes Merkmal der spitze Daumendorn ist. Er gehört zu den Vogelbecken-Dinosauriern, d.h. die Stellung seiner Beckenknochen entspricht der der Vögel: Das Schambein (Pubis) ist nach hinten gerichtet. (Bei den Echsenbecken-Dinosauriern zeigt es nach vorn.) Dadurch wird die seitliche Beweglichkeit des Körpers verbessert. Viele Vogelbecken-Dinosaurier liefen zweibeinig, doch Iguanodon vermutlich nur vorübergehend.

In einem Kalksteinbruch nahe Nehden bei Brilon wurde in den späten 1970er Jahren eine der bedeutendsten Dinosaurierfundstellen Mitteleuropas entdeckt. Nach den mitüberlieferten Pflanzen konnte das Alter auf die höhere Unterkreide (Aptium, 115 Mio. Jahre) eingeengt werden. Etwa 1400 Knochen von zahlreichen Tieren, meist nicht im Skelettverband, wurden 1978-1982 vom damaligen Geologischen Museum geborgen, präpariert und bis zur Abgabe an das LWL-Naturkundemuseum 2009 dort aufbewahrt. Die Knochen wurden bei ihrer Versteinerung teilweise durch Markasit (Speerkies) ersetzt, ein Mineral, das an feuchter Luft zerfällt. Deshalb wurden alle Knochen mit Spezialwachs konserviert, das den eigenartigen Glanz bedingt.

Fast alle Knochen gehören zu den zwei Arten des Vogelbeckensauriers Iguanodon (griech.: "Leguanzahn") und belegen verschiedene Altersstufen. Die Fundstelle lag in einer mit Ton verfüllten Spalte im Kalk, der durch saures Sickerwasser weggelöst worden war (Karst). Dies geschah auf dem Festland unterhalb eines Sees, in dem die Dinosaurier vermutlich beim Trinken umgekommen waren. Die Ablagerungen des Sees mitsamt den Skeletten sackten beim Durchbruch der Karstspalte in diese hinein. So zerbrachen die Skelette zwar, wurden aber vor der Erosion bis zur Freilegung durch den Kalkabbau geschützt.

Iguanodon ist wissenschaftsgeschichtlich besonders interessant: Auf sie gründete Owen 1844 die Dinosauria. Sie war während der Unterkreide in weiten Teilen Europas verbreitet, doch vor allem aus reichen Knochenfunden in Belgien sind die Tiere gut bekannt.

Alter: ca. 115 Millionen Jahre; Aptium, Unterkreide
Fundort: Brilon-Nehden, Hochsauerlandkreis, Sauerland

Maße

40 x 8 x 5 cm bzw. 63 x 20 x 15 cm

Gefunden ...
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Gefunden
Nehden
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Hat gelebt
Mitteleuropa
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1978 - 1980
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Objekt aus: Geomuseum der WWU Münster

Das Geomuseum der WWU wurde 1824 als "museum mineralogicum et zoologicum" gegründet und hat eine wechselvolle Geschichte mit Abspaltungen und ...

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