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Archäologisches Museum der WWU Münster Artefakte [3030]

Statuette des Petrus

Statuette des Petrus (Archäologisches Museum der WWU Münster CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Archäologisches Museum der WWU Münster (CC BY-NC-SA)

Description

Der Fundort dieser Messing-Statuette ist unbekannt, sie wurde aber in den 50er/60er Jahren im östlichen Mittelmeerraum erworben und dem Archäologischen Museum 2004 gestiftet.
Es handelt sich um ein Bildnis des thronenden Apostels Petrus: Er ist eindeutig anhand des Schlüssels, den er in der rechten Hand vor der Brust hält, zu identifizieren. Dass der Schlüssel als das Haupterkennungsmerkmal des Apostelfürsten angesehen wird, beruht auf einem Ausspruch Jesu im Matthäusevangelium (Mt. 16,19): "Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben."
Er trägt ein langärmliges, bis zu den Knöcheln reichendes Leibgewand (Tunika) und Sandalen. Zum Teil ist er in einen langen Mantel (Pallium) eingehüllt.
Die figürliche Gestalt des Petrus ist eng an antike Philosophenbildnisse angelehnt: Besonders die rechte, mit zwei Fingern erhobene Hand (ein Redegestus) weist ihn als Lehrenden aus.
Die Statuette stellt eine Besonderheit dar: Sie gleicht einer kolossalen Bronzestatue aus dem letzten Viertel des 13. Jhd., die sich im Petersdom zu Rom befindet und als eine der berühmtesten Petrus-Bildnisse überhaupt gilt.
Lange Zeit vermuteten Forscher, dass es bereits im spätantiken Rom eine monumentale Petrus-Statue gab, die der mittelalterlichen Skulptur im Petersdom als Vorbild dient.
Die Statuette in Münster wurde erst aufgrund der technischen Ausführung und stilistischer Details in die Spätantike, genauer gesagt in das 5./6. Jh. n. Chr., datiert. Es wurde davon ausgegangen, dass sie die kleinformatige Kopie eines bekannten Vorbildes ist - was wiederum ein Indiz für die Existenz einer besagten, spätantiken Petrusstatue in Rom sein könnte.
Bislang waren weitere derartige Statuetten aus Pakistan und der Westtürkei bekannt, die mit dem Münsteraner Stück in der Herstellungsart übereinstimmen.
Nach der durchgefürten Untersuchung eines in Tirol gefundenen Vergleichsstückes stellte sich kürzlich heraus, dass die Statuette erst in der Neuzeit entstanden sein kann. Das ließ sich am Arm der Statuette erkennen, da dieser aus über 30% Zink besteht und dieses erst in der Neuzeit als eigenständiges Material benutzt wurde. Außerdem wurde der Nimbus im Hinterkopf mit einer erst im 19. Jh. verwendeten industriellen Schraube fixiert. Ausgelöst wurde die wissenschaftliche Neubewertung der Petrusstatuette durch das Portal museum-digital.de: Weitere Stücke, die in Deutschland gefunden worden sind, wurden uns bekannt gemacht, u.a. eine Figur aus Regensburg (Privatbesitz Rudolf Dorstewitz).
Text aktualisiert von Nico Böwer, freiwilliger Mitarbeiter des Museums (Gymnasium Augustinianum in Greven)

Material / Technique

Messing und Zink

Measurements ...

H: 8 cm

Created ...
... when

Relation to persons or bodies ...

Literature ...

Links / Documents ...

Tags

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[Last update: 2018/04/09]

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