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Archäologisches Museum der WWU Münster Vasensammlung [272]

Amphore mit Wagenzug und Trauerreigen

Amphore mit Wagenzug und Trauerreigen (Archäologisches Museum der WWU Münster CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Archäologisches Museum der WWU Münster / Robert Dylka (CC BY-NC-SA)
"Amphore mit Wagenzug und Trauerreigen

Provenance/Rights: 
Archäologisches Museum der WWU Münster (CC BY-NC-SA)

"Amphore mit Wagenzug und Trauerreigen

Provenance/Rights: 
Archäologisches Museum der WWU Münster (CC BY-NC-SA)

Description

Dieses Gefäß ist, wie der rötliche Ton zeigt, in Athen gefertigt. Bei der an der Mündung angebrachten, ringförmig in Wellenlinien plastisch angegebenen Applikation handelt es sich um eine sog. Totenschlange. Ornamentale Streifen mit geometrischen Mustern sondern vier Bildzonen voneinander ab. Die unterste – ein umlaufendes Band oberhalb des Fußes – schmücken siebzehn aneinandergereihte Rundschilde. Neben diversen Füllornamenten zeigt der am größten Durchmesser des Gefäßes umlaufende Fries einen nach rechts schreitenden Soldaten sowie fünf ebenso nach rechts ausgerichtete Streitwagen mit jeweils einem Lenker und zwei Pferden. Da der fußläufige Krieger dabei durch Ausrüstung und Anordnung von M-Motiven hervorsticht, handelt es sich bei der mit ihm abgebildeten Seite womöglich um die Hauptseite der Vase. Zwischen den Henkelansätzen befinden sich jeweils durch Zickzacklinien gerahmte Bildfelder, die mit vier bzw. zwei nach rechts laufenden Hunden gefüllt sind. Den Hals zieren zwei Bildfelder mit jeweils sieben hintereinander nach rechts schreitenden, offenbar rhythmisch klatschenden Männern.
Inhaltlich ist den Bildzonen die Ehrung eines Verstorbenen gemein: Die Halsbilder werden mit dem Trauerreigen („threnos“) bzw. Totenkult assoziiert. Die Wagenfahrer und der Fußsoldat vom Hauptfries sowie die Schilde im unteren Fries erlauben den Vergleich mit den sehr aufwendigen Bestattungsritualen, wie sie in der Ilias des Homer (ältester Epos der griechischen Literatur) für den gefallenen Helden Patroklos bezeugt sind. Die jagenden Hunde sind so zu verstehen wie ein immer noch aktueller Sinnspruch: "Viele Hunde sind des Hasen Tod". Damit könnten die Hinterbliebenen für den offensichtlich plötzlich eingetretenen Tod eines Familienmitgliedes Trost empfangen. Die sog.Totenschlange steht für die Verwendung der Amphora als Grabbeigabe.
(Autor: Max Roos; Praktikant, 2-Fach-Bachelor Archäologie-Geschichte-Landschaft)

Material/Technique

Ton

Measurements

max. B 22,9; H 45,2 cm

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Literature

Keywords

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-750 - -700
Created Created
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-751 722
Archäologisches Museum der WWU Münster

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Das Archäologische Museum der Universität Münster - bestehend seit 1884 - bietet mit seiner umfangreichen Sammlung für alle Interessierten...

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