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Museum der Stadt Lennestadt [o. Invnr.]

Mikroskop: Trichinenmikroskop

Trichinenmikroskop (Museum der Stadt Lennestadt CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Museum der Stadt Lennestadt (CC BY-NC-SA)

Description

In den Wintermonaten früherer Jahre war es in der hiesigen Region üblich, dass in den Haushaltungen ein Schwein geschlachtet wurde. Nach jeder Schlachtung musste eine Fleischuntersuchung durchgeführt werden, bei Schweinen zusätzlich eine Trichinenuntersuchung. Diese Untersuchung erfolgte mit einem Trichinenmikroskop. Als Beschauer waren amtliche Tierärzte oder solche Personen bestellt, die die vorschriftsmäßige Prüfung als Fleischbeschauer absolviert hatten. Die Hausschlachtung ist eine Schlachtung außerhalb gewerblicher Schlachtstätten, in der Regel am Hof des Tierbesitzers, wobei das erschlachtete Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt verwendet wird. Ein Fleischbeschauer war auch Josef Kramer (1881-1977) aus Kickenbach, aus dessen Nachlass das Trichinenmikroskop stammt. Es handelt sich um ein sehr frühes Messingmikroskop der Firma Ernst Leitz aus Wetzlar. Auf dem Objekttisch ist neben dem Namen der Firma auch die Herstellungsnummer 4209 eingraviert. Diese Seriennummer deutet auf das Herstellungsjahr 1881 hin.

Für die Trichinenschau ist das Trichinenkompressorium (auch Quetschglas genannt) erforderlich. Dieses sind zwei dicke Glasplatten, zwischen denen die Fleischproben gelegt und gepresst werden. Bei ca. 40-facher linearer Vergrößerung werden verdächtige Bereiche im Fleisch auf die eingekapselten Trichinen durchsucht und bei einer Vergrößerung von 100-fach linear eindeutig identifiziert.

Priv.-Dozent Dr. Timo Mappes aus Karlsruhe, der das virtuelle Museum Optischer Instrumente betreut, sagt u.a: „Die grobe Einstellung des Mikroskops geschieht über einen Schiebetubus, die feine Einstellung über einen Trieb nach Roberval. Die Trichinenschau erfolgte typischer Weise mit Endvergrößerungen von 40-fach und 100-fach linear.“ Das hier gezeigte Mikroskop verfügt über drei Objektive. Die Beleuchtungsapertur wird mit einer Lochblendenscheibe unter dem Objekttisch eingestellt.

Auf einem der Quetschgläser ist in einer kunstvoll geschwungenen Signatur folgender Name eingraviert: Gf. D.F. Rudow, wobei allerdings das erste Wortpaar nicht genau gedeutet werden kann. Es ist anzunehmen, dass diese unbekannte Person namens Rudow der erste Eigentümer dieses Mikroskopes war.

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[Last update: 2018/06/04]

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