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Südsauerlandmuseum Attendorn Skulpturen des Mittelalters 1200 -1550 [1254]

Würfelkapitell mit Säulenschaft

Würfelkapitell mit Säulenschaft (Südsauerlandmuseum Attendorn CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Südsauerlandmuseum Attendorn / Ralf Breer (CC BY-NC-SA)

Description

Kapitell: Eine Ecke des als Quadrat abschließenden Kapitells ist von oben bis unten ausgebrochen. Diese Seite scheint auch nicht so sorgfältig ausgearbeitet gewesen zu sein wie der Rest des Kapitells. Dezentral auf der oberen Platte befinden sich zwei Bohrungen mit Mörtelfüllung; eine davon mit dem Rest eines modernen Metalldübels. Am unteren Halsring sind in einem Durchmesser von 12 cm Mörtelspuren, welche die Zusammengehörigkeit mit dem Säulenschaft belegen.
Säulenschaft: Die untere Hälfte des Säulenschaftes zeigt starke Verwitterungsspuren. Um dem Säulenschaft wieder eine Standfestigkeit zu geben, wurden 18 cm des verwitterten Säulenteils abgesägt. Mittig in die glatte Oberfläche des langen Säulenschaftes ist ein Messingdübel eingebracht.

Das Würfelkapitell, als Durchdringung von Würfel und Kugel, wurde im 10. Jahrhundert entwickelt und entsprach in seiner kubischen Form mit umgrenzten Schildfronten dem romanischen Architekturempfinden, welches eine klare Abgrenzung der Bau- und Raumteile anstrebte. In der folgenden Entwicklung wurde der sehr wuchtig erscheinende Würfel zu einen Doppelwürfelkapitell verkleinert.
Das aus grünem Anröchter Sandstein gefertigte Kapitell der Attendorner Johanneskirche mit dem dazugehörigen Säulenschaft, das sich zuletzt an der Ostseite im Glockengeschoss befand, gehörte einst zu solch einem Doppelwürfelkapitell. Das wir hier den Teil eines Zwillingssäulchens haben, macht die Bruchstelle, bzw. die unsymmetrisch ausgearbeitete Seite des Kapitells deutlicht.
Die zum Langhausdach hin ausgerichtete Ostseite des Glockenturms zeigt eine vertikale Gliederung aus drei Lisenen. Das zweite Geschoss wird durch einen Rundbogenfries und eine Profilleiste horizontal abgeschlossen. Das darüber folgende Glockengeschoss öffnet sich in zwei, zur Mittellisene hin eingerückte Schalllöcher. Abgeschlossen wird das dritte Geschoss durch ein Zackenfries und eine erhöht darüber angebrachte Profilleiste. Die Schallöcher, in Gestalt eines Rundbogenfensters, sind durch in die Ecken eingestellte Säulchen und ein Zwillingssäulchen in der Mitte gegliedert. Die Zwillingssäulchen tragen Würfelkapitelle. Die Turmgliederung gehört zu der um 1200 entstandenen spätromanischen Basilika, der dritte nachweisbare Bau der Attendorner Pfarrkirche. Vorbilder für den Kirchbau waren Groß-Sankt-Martin und die Apostelkirche in Köln, der Metropole, mit der Attendorn seit staufischer Zeit durch die Zugehörigkeit zum Erzbistum Köln und der Verleihung der Stadtrechte durch Erzbischof Engelbert I. von Berg besonders verbunden war.
Die unteren vier Turmgeschosse, sowie Teile der westlichen Stirnwände der Seitenschiffe dieses spätromanischen Baus, haben sich an der heutigen Kirche erhalten. Der Kirchengrundriss wird nach Grabungsbefunden mit einem quadratischen Joch mit Zwischenstützen rekonstruiert, an das sich zum Turm hin ein halbes Joch anfügte. Ein eingezogener Kleeblattchor schloss die Kirche nach Osten ab.
Im Rahmen der Wiederaufbauarbeiten der Attendorner Pfarrkirche, nach den Zerstörungen im zweiten Weltkrieg, entschied man sich alle Seiten des Glockengeschosses nach dem Vorbild der Ostseite zu rekonstruieren. Dazu wurden Kopien der einzig hier erhaltenen romanischen Säulchen mit Würfelkapitell angefertigt und in den insgesamt acht Glockenfenster des Turms aufgestellt.

Material/Technique

Anröchter Grünsandstein

Measurements

H 18 cm, oberes Plattenmaß 18 x 18 cm, unterer D: 17 cm

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Literature

Keywords

Object from: Südsauerlandmuseum Attendorn

Der volle Name des Museums lautet "Südsauerlandmuseum Attendorn - Museum für Kunst- und Kulturgeschichte des Kreises Olpe in Attendorn" Das ...

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