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Südsauerlandmuseum Attendorn Skulpturen des Mittelalters 1200 -1550 [1309]

Skulptur Hl. Jakobus

Skulptur Hl. Jakobus (Südsauerlandmuseum Attendorn CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Südsauerlandmuseum Attendorn (CC BY-NC-SA)

Description

Die Figur des hl. Jakobus ist in flachem Relief gearbeitet. Jakobus steht mit beiden Füßen und den Schultern frontal zum Betrachter. Sein zur rechten Schulter gewandter Kopf und die sich in die gleiche Richtung bewegenden Arme zeigen aber deutlich, dass der Heilige seine Aufmerksamkeit nicht dem Betrachter, sondern einer heute unbekannten Szene, bzw. „Person“ schenkte. Naheliegend ist, dass die Figur des hl. Jakobus, zusammen mit weiteren, symmetrisch angebrachten Relieffiguren, das Zentrum eines spätgotischen Altarretabels flankierte. Jakobus d. Ä. war der Bruder des hl. Johannes Ev. und gehörte zu den zwölf Jüngern Christi. Demzufolge ist es möglich, dass weitere Apostelfiguren ihm in der ursprünglichen Aufstellung zur Seite standen.

Gewandmode und den Faltenstil sprechen für die zeitliche Einordnung der Holzskulptur in die späten Jahre des 15. Jahrhunderts. Der Heilige trägt ein bis an seine Fußknöchel reichendes, einfaches Tunikagewand, das in der Hüfte gegürtet ist und zahlreiche vertikale Falten bildet, die nach oben und unten ausstrahlen. Unter dem langen Bart schaut der Halskragen nur wenig hervor. Der umhanggleiche Mantel ist über die rechte Schulter gelegt und über dem Arm in mehrere Falten gerafft. Die linke Hand des Heiligen drückt das andere Ende des Mantels in Hüfthöhe an den Körper, so dass sich über dem linken Bein kleine, durch Faltenbrücke bestimmte Schüsseln bilden. Fährt man die Linie des Mantelsaums nach, bildet sich ein Halbbogen, der die nach rechts ausgerichtete Bewegung Figur unterstreicht.
Die Schuhe haben eine dem Fuß angepasste Form und noch nicht die um 1500 in Mode kommende breite Form des Kuhmausschuhs. Die Kopfbedeckung, mit der den Heiligen ausweisenden Jakobsmuschel, zeigt einen im Spätmittelalter typischen Pilgerhut mit vorn hochgeschlagener Krempe und Nackenschirm. Seit dem 15. Jahrhundert kommt die Darstellung der Pilgertasche in Gebrauch, die gewöhnlich an einem Riemen befestigt, von der Schulter quer über die Brust getragene wird.
Der lange Bart des in Attendorn präsentierten Pilgerheiligen ist in zwei dicke Strähnen geteilt, die wiederum durch kleine, wellige Strähnen gegliedert sind. Der Oberlippenbart fällt ebenfalls lang herunter. Das schmale Gesicht des Jakobus wird zudem durch die bis auf die Schulter fallenden Kopfhaare gerahmt. Ein kleiner Mund, weiche, mandelförmige Augen und eine leicht gebogene, unbeschädigte Nase prägen das Gesicht.

Darstellungen des Apostels Jakobus als Pilger sind seit dem späten 14. Jahrhundert zu beobachten. In dieser Zeit werden die Heiligen mehr und mehr durch die Zugabe von Attributen benennbar, die in der Heiligen Schrift, der Legenda aurea des Jacobus de Voragine und weiteren religiösen Erzählungen für sie genannt werden. Für Jakobus d. Ä. ist darin u.a. beschrieben, dass er nach der Himmelfahrt Christi in Jerusalem und Samara predigte. Im Jahre 44 ließ ihn Herodes Agrippa I. enthaupten. Sein Leichnam soll von den Jüngern nach Spanien gebracht worden sein, wo sein Grab im 9. Jahrhundert in Compostella wieder aufgefunden wurde. Vom 10. bis zum 15. Jahrhundert blühte die Wallfahrt zum Grab des hl. Jakobus in ganz Europa. Seit dem späten 11. Jahrhundert entwickelte sich hier eine der berühmtesten Wallfahrtsstätten des Abendlandes. Santiago war nach Jerusalem und Rom der wichtigste Pilgerort. Der Kult um den hl. Jakobus war dabei politisch und kirchenpolitisch motiviert und diente der Propaganda für die Reconquista.

Die Attendorner Jakobsfigur ist eine gute handwerkliche Schnitzarbeit, die aber keine Finessen in der Ausbildung der Gewandfalten zeigt und ebenso in der Darstellung der Körperbewegung und –proportion gewisse Schwierigkeiten in der Umsetzung verrät. Diese sind sicher auch zeitbedingt und wirken auf uns heute wohl deshalb so deutlich, weil die Figur ursprünglich für einen erhöhten Standort und auf eine die Details ergänzende Farbfassung hin angelegt war.

Eine genaue Werkstattzuweisung der Skulptur ist schwierig. Die Jakousfigur könnte aus dem kurkölnischen Westfalen stammen. Ihre Provenienz lässt aber auch eine Entstehung in einer Kölner Werkstatt möglich erscheinen.

Material/Technique

Holz

Measurements

H 86 cm ohne Fußbrett, B 30 cm; Tiefe 6 cm

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Relation to people

Keywords

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Object from: Südsauerlandmuseum Attendorn

Der volle Name des Museums lautet "Südsauerlandmuseum Attendorn - Museum für Kunst- und Kulturgeschichte des Kreises Olpe in Attendorn" Das ...

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