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Südsauerlandmuseum Attendorn Skulpturen des Mittelalters 1200 -1550 [II 934]

Skulptur Eichhagener Madonna

Skulptur Eichhagener Madonna (Südsauerlandmuseum Attendorn CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Südsauerlandmuseum Attendorn (CC BY-NC-SA)

Description

Das Südsauerlandmuseum erwarb 1972 die spätgotische Holzskulptur einer Madonna mit Kind aus Privatbesitz. Zuvor war die Figur in der kleinen Kapelle der Familie Heuel in Eichhagen aufgestellt.
Die recht frontal aufgefasste Figur der Madonna steht in Schrittstellung auf einem sechseckigen Sockel und trägt das Christuskind in ihren Armen. Ihr rechtes Bein verschwindet als Standbein unter den Gewandfalten des weiten Kleides. Das linke Spielbein drückt sich leicht durch den etwas hochgerafften Rock hervor, unter dem der Fuß hervorschaut. Die linear zugespitzten, tütenförmigen Schüsselfalten, die sich durch den links hochgerafften Stoff bilden, strukturieren nicht nur den weiten Stoff des ungegürteten Kleides, sondern bilden gleichsam einen optischen Halt für das darüber in den Armen der Mutter liegende, unbekleidete Kind. Rechts und links werden die spitz brechenden Gewandfalten durch die lang herabhängenden Säume des Mantels der Gottesmutter gerahmt. Der Körper Mariens bildet einen sanften S-Schwung, wobei der Kopf dem noch mal entgegenwirkt und den Blickkontakt zum Kind hält. Das gerundete, hochovale Gesicht der Gottesmutter wird von sorgsam gewellten Haaren gerahmt. Die Gesichtszüge sind dabei ruhig und in sich versunken. Der Körper des Kindes bildet ein Gegengewicht zur Haltung der Mutter und ist in seinem Sentiment ebenfalls recht verhalten.

Kölnische Figuren, wie die 1475 geweihte Maria mit Kind aus der Dominikanerkirche hl. Kreuz in Köln, heute dort in der Pfarrkirche St. Andreas, der eine ganze Gruppe vergleichbarer Figuren anzuschließen ist, zeigen ein der Eichhagener Madonna verwandtes Kompositionsschema. Gewandfaltenbildung, Haarauffassung und der stille, repräsentative Charakter der hier vorgestellten Figurengruppe sprechen für eine zeitliche Einordnung in die letzten Jahre des 15. Jahrhunderts und für eine Entstehung im Kölner Raum.

Sicher schmückte die Madonna mit Kind das Zentrum eines Altares, jedoch deutet die vollrund ausgearbeitete Figur darauf hin, dass sie möglicherweise auch bei Prozessionen präsentiert wurde. Zuletzt befand sich die Skulptur in der katholischen Kapelle des 5 km nördlich von Olpe gelegenen Dorfes Eichhagen, wo sie 1903 von A. Ludorff im Kunstdenkmälerverzeichnis aufgeführt wird. Die Kapelle samt Inventar gehörte der Familie Heuel, die hier im 18. und 19. Jahrhundert einen großen Hof mit Breithammerrechten besaßen. Um 1800 soll das Kapellchen zu Eichhagen bei Pulvermachers (Gastwirt Heuel) von der Nonne Amalie (Agnes Bausmann), einer Schwägerin des Xaver Heuel, gestiftet worden sein. Schwester Amalie war eine der zehn letzten Nonnen des seit 1483 in der Nähe der Freiheit Meschede angesiedelten Dominikanerinnenklosters Galiläa. Nach der staatlichen Aufhebung am 2. November 1810 weigerten sich die Insassinnen standhaft ihr kleines Kloster zu verlassen. Schließlich veranlassten der Aufhebungskommissar Joppen und der Hofkammerrat Weber eine regelrechte Belagerung der Gebäude, und die Nonnen wurden durch Aushungern zum Verlassen des Klosters gezwungen – eine Maßnahme, die im Herzogtum Westfalen einmalig blieb. Aufzeichnungen über die Vermögenslage des Klosters oder ein Inventar vor der Säkularisation fehlen. Es ist aber vorstellbar, dass die ehemalige Nonne Amalie eine Marienfigur als Erinnerung und zur weiteren Verehrung aus ihrem aufgehobenen Kloster Galiläa zu ihrer Familie nach Eichhagen mitgebracht hat

Material/Technique

Holz (Weichholz) / farbig gefasst

Measurements

H 70;5 cm, B 21 cm; Tiefe 15,5 cm

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Keywords

Object from: Südsauerlandmuseum Attendorn

Der volle Name des Museums lautet "Südsauerlandmuseum Attendorn - Museum für Kunst- und Kulturgeschichte des Kreises Olpe in Attendorn" Das ...

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