museum-digitalwestfalen

Close

Search museums

Close

Search collections

Stadtmuseum Hagen [Hagener Stücke]. 111 Objekte aus dem Stadtmuseum [2017/31]

Verkaufsbehälter für Gebäck der Firma Brandt

Verkaufsbehälter für Gebäck der Firma Brandt (Stadtmuseum Hagen RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Hagen / Heike Wippermann (RR-R)

Description

Die Gebäckdose der Firma Brandt ist eng mit einem Geschäftsmodell verbunden, das gerne als „Tante-Emma-Laden“ bezeichnet wird. Gemeint ist damit, dass die offerierten Waren nicht abgepackt angeboten wurden. Vielmehr stand der Kaufmann hinter seinem Tresen und nahm die Wünsche seiner Kunden entgegen. Aus Säcken, Kisten, Körben, Fässern und anderen Behältnissen entnahm er die Produkte, wog sie wunschgemäß ab und verpackte sie in neutralen Tüten oder vom Kunden mitgebrachten Behältern. Dabei blieb der Hersteller der gehandelten Waren anonym. Der Kunde vertraute dem Händler und setzte nicht auf eine bestimmte Marke.
Anders bei den Produkten der Firma Brandt. Das Teegebäck wurde in einer auffälligen Dose angeboten, die in großen Buchstaben den Markennamen trug. Sehr werbewirksam zierte noch das Gesicht eines freundlich lächelnden Kindes die Dose. Der Behälter blieb Eigentum des Unternehmens und wurde dem Einzelhändler lediglich gegen eine Pfandzahlung zur Verfügung gestellt. Andere Produkte als die der Firma Brandt durften darin nicht aufbewahrt und angeboten werden. In den Läden der damaligen Zeit hob sich diese Präsentation deutlich von der sonst üblichen ab. Die Firma Brandt erreichte damit schon früh eine Markenbindung, wie sie heute allgemein angestrebt und durch gezielte Maßnahmen gefördert wird.
Am 21. Oktober 1912 gründeten die Brüder Carl (*1886, †1965) und Fritz Brandt (*1893, †1957) die Märkische Zwieback- und Keksfabrik C. & F. Brandt GmbH in Haspe. Mit einem Pferdefuhrwerk wurden die Kunden in Hagen und der unmittelbaren Umgebung beliefert. Doch schon bald setzte Brandt auf eine industrielle Produktionsweise. Es gelang das, wovon alle Unternehmen träumen: Das Produkt wurde mit ihrem Namen gleichgesetzt. Wer Zwieback wollte, sagte Brandt. Das lachende Kindergesicht auf den später orangefarbenen Packungen, wie eines auch schon auf der Gebäckdose abgebildet war, ist dabei zum Markenzeichen geworden.
Nach der Wiedervereinigung verlagerte Brandt seine Produktion in das thüringische Ohrdruf. Der letzte Zwieback lief in Hagen am 5. Dezember 2003 vom Band. Der süßliche Geruch, der lange über Haspe schwebte, ist seitdem verschwunden. Lediglich die Verwaltung des Unternehmens verblieb in der Stadt.

Dietmar Freiesleben

Material/Technique

Stahlblech / bedruckt

Measurements

H 16 cm; B 24 cm; T 24 cm

Created ...
... When

Literature

Keywords

Created Created
1929
Was used Was used
1929
1928 1931

Object from: Stadtmuseum Hagen

Das Stadtmuseum Hagen ist seit November 2015 geschlossen. Die Wiedereröffnung wird im April 2021 anlässlich des 275-jährigen Stadtjubiläums ...

Contact the institution

[Last update: ]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.