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Stadtmuseum Hagen [Hagener Stücke]. 111 Objekte aus dem Stadtmuseum [2017/72]

Sicherheitsgrubenlampe System Davy

Sicherheitsgrubenlampe System Davy (Stadtmuseum Hagen RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Hagen / Heike Wippermann (RR-R)

Description

Im Kohlebergbau kam es durch entzündetes Grubengas häufig zu Schlagwetter-Explosionen. Sie forderten unter den Bergleuten viele Tote. Die bis weit in das 19. Jahrhundert verwendeten offenen Öllampen waren eine ständige Gefahr. 1816 stellte der Chemiker Sir Humphry Davy in London eine von ihm entwickelte Sicherheitslampe vor. Die Flamme war von einem zylinderförmigen Korb aus engmaschigem Drahtgewebe umschlossen. Er verhinderte die Entzündung von Methangas. Mit der Lampe ließ sich auch der Gasgehalt in der Umgebungsluft einschätzen. So war eine Warnung vor „Schlagwetter“ möglich.
Davys Erfindung stieß in dem sich am Niederrhein und in Westfalen ausbreitenden Bergbau auf großes Interesse. Wiederholt berichtete die 1814 bis 1819 in Hagen herausgegebene Zeitung „Hermann“ über die Sicherheitslampe. Der Mit Herausgeber Dr. Adam Storck, Direktor der Hagener Bürger- und Lateinschule, hatte sich schon im Herbst 1816 eine englische Lampe beschafft. Wie der Bergrat Jacob Nöggerath rief auch Storck zum Nachbau in Preußen auf.
Ab Sommer 1817 lieferte der Drahtzieher Bernhard Boecker (*1768, †1847) in Limburg eigene Sicherheitslampen. Das Drahtgewebe stellte er auf Handwebstühlen für Textilien her. Seine Lampe war leichter, hochwertiger und mit 8 1/2 Talern günstiger als die Konkurrenz aus England. Für die Hälfte des Preises einer Messinglampe fertigte er sie auch aus Eisenblech. Sicherheitslampen aus englischer Produktion, eine in Aachen gefertigte Variante und Boeckers Nachbau wurden in den folgenden Jahren im rheinisch-westfälischen Bergbau eingesetzt. 1822 erhielt Boecker auf der ersten Gewerbeausstellung in Berlin eine Ehrenmedaille.
1826 gründeten Boecker und Carl Haver in Limburg eine Fabrik für Drahtweberei. Die starke Nachfrage von Drahtgewebe und Grubenlampen sorgte für einen Aufschwung. 1831 besichtigte der preußische Kronprinz den Betrieb. Mit Glaszylindern für eine bessere Leuchtkraft ausgestattete Sicherheitslampen setzten sich im Ruhrbergbau ab 1840 endgültig durch. Gegen 1870 lieferten gleich mehrere in Hohenlimburg ansässige Unternehmen das Drahtgewebe für die Lampenkörbe.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lösten elektrische Hand- und Kopflampen die Benzin-Grubenlampen ab. Ein großer Teil ihrer Batterien wurde von der Hagener Accumulatoren Fabrik geliefert.

Ralf Blank

Quelle: Hemann – Zeitschrift für Westfalen 1816–1819

Material/Technique

Messing & Draht

Measurements

H 25,8 cm; D max. 5 cm

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Keywords

Object from: Stadtmuseum Hagen

Das Stadtmuseum Hagen ist seit November 2015 geschlossen. Die Wiedereröffnung wird im April 2021 anlässlich des 275-jährigen Stadtjubiläums ...

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