museum-digitalwestfalen

Schließen

Museen suchen

Schließen

Sammlungen suchen

Stadtmuseum Hagen [Hagener Stücke]. 111 Objekte aus dem Stadtmuseum [2017/74]

Harkort-Büste aus dem Freiherr-vom-Stein-Turm

Harkort-Büste aus dem Freiherr-vom-Stein-Turm (Stadtmuseum Hagen RR-R)
Herkunft/Rechte: Stadtmuseum Hagen / Heike Wippermann (RR-R)

Beschreibung

Die Büste des Industriepioniers und Politikers Friedrich Harkort (*1793, †1880) ist ein Abguss der vom Bildhauer Bernhard Afinger 1875 geschaffenen Marmorbüste. Der Abguss war zusammen mit 4 weiteren Büsten im Freiherr-vom-Stein-Turm aufgestellt. Der erste von vier Gedenktürmen in Hagen wurde auf dem Kaisberg in Vorhalle errichtet und am 17. Oktober 1869 eingeweiht. Mit diesem Turm setzte das liberal-nationale Bürgertum dem preußischen Staatsmann und Reformer Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (*1757, †1831) ein Denkmal.
Durch die Niederschlagung der Revolution 1848/49 wurden viele demokratische Errungenschaften rückgängig gemacht. Da das liberale Bürgertum sich in der Reaktionszeit nicht mehr politisch betätigen konnte, suchte es nach anderen Möglichkeiten, um liberalen Geist und Stärke zu zeigen. Die Errichtung eines Stein-Denkmals eignete sich dafür hervorragend. Vorsitzender des Denkmalkomitees und treibende Kraft war Friedrich Harkort. Auch wenn es vom ersten Aufruf zur Errichtung des Denkmals bis zur Fertigstellung über 12 Jahre dauerte, war das Bürgertum stolz auf den Erfolg. Der Bau des Freiherr-vom-Stein-Turms gelang ganz ohne staatliche Unterstützung.
Im Inneren des Turms befand sich eine Ruhmeshalle mit der Büste des Freiherrn vom Stein. Nach und nach wurde diese „Westfälische Walhalla“ mit einer überschaubaren Anzahl von Büsten gefüllt: 1874 des Reformers und Pädagogen Adolf Diesterweg (*1790, †1866), 1875 des Schulreformers Bernhard Christoph Ludwig Natorp (*1774, †1846), 1883 Friedrich Harkort. Auch der Dichter und Festredner Emil Rittershaus (*1834, †1897) wurde nach seinem Tod mit einer Büste geehrt. Zuletzt erhielt der ehemalige Landrat Friedrich Carl Heinrich Gerstein (*1780, †1836) eine Gedenktafel in der Ruhmeshalle. Die Büsten und die Gedenktafel gelangten in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den Museumsbestand, um sie vor der Zerstörung im damals dem allmählichen Verfall preisgegebenen Turm zu bewahren.
Friedrich Harkort machte sich seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts auch als Heimatforscher einen Namen. Er legte Publikationen zur Geschichte Wetters vor, versuchte ab 1855 einen Geschichtsverein für die Grafschaft Mark zu gründen und regte die Einrichtung eines Geschichtsmuseums in Hagen an. Genau wie seinen unternehmerischen Aktivitäten war auch seinen Ausflügen in die Lokalgeschichte wenig direkter Erfolg, sondern eher Nachruhm beschieden. Eine eigene Büste in der „Westfälischen Walhalla“ im Stein-Turm erhielt Harkort vor allem als Initiator des Gedenkturms, aber sicherlich auch für seine Verdienste um die Wirtschaft und Heimatforschung.

Holger Flick

Material/Technik

Gießmasse

Maße

H 68 cm; B 58 cm; T 25 cm

Hergestellt ...
... wann [circa]
Vorlagenerstellung ...
... wer:
... wann
Wurde abgebildet (Akteur) ...
... wer:
Wurde genutzt ...
... wann
... wo

Literatur

Schlagworte

Wurde genutzt Wurde genutzt
1883 - 1970
Hergestellt Hergestellt
1883
Vorlagenerstellung Vorlagenerstellung
1875
1874 1972

Objekt aus: Stadtmuseum Hagen

Das Stadtmuseum Hagen ist seit November 2015 geschlossen. Die Wiedereröffnung wird im April 2021 anlässlich des 275-jährigen Stadtjubiläums ...

Das Museum kontaktieren

[Stand der Information: ]

Hinweise zur Nutzung und zum Zitieren

Zitieren
Die Text-Informationen dieser Seite sind für die nicht-kommerzielle Nutzung bei Angabe der Quelle frei verfügbar (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Als Quellenangabe nennen Sie bitte neben der Internet-Adresse unbedingt auch den Namen des Museums und den Namen der Textautorin bzw. des Textautors, soweit diese ausdrücklich angegeben sind. Die Rechte für die Abbildungen des Objektes werden unterhalb der großen Ansichten (die über ein Anklicken der kleineren Ansichten erreichbar werden) angezeigt. Sofern dort nichts anderes angegeben ist, gilt für die Nutzung das gerade Gesagte. Auch bei der Verwendung der Bild-Informationen sind unbedingt der Name des Museums und der Name des Fotografen bzw. der Fotografin zu nennen.
Jede Form der kommerziellen Nutzung von Text- oder Bildinformationen bedarf der Rücksprache mit dem Museum.