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LWL-Psychiatriemuseum Warstein Bettensaal

Collection: Bettensaal ( LWL-Psychiatriemuseum Warstein )

About the collection

Der sogenannte „Bettensaal“ datiert etwa 1920 und war Standard des Behandlungskonzeptes in Psychiatrie-Einrichtungen zur Zeit des beginnenden 20. Jahrhundert. Die Bauplanungen der neuen Anstalten dieser Zeit sahen vor, dass die Zahl von 12 Betten pro Raum möglichst nicht überschritten werden solle.Noch in den 1920-er Jahren galt diese Regel - das Foto gibt einen Einblick in einen solchen Bettensaal dieser Zeit. Alles sieht noch geordnet und sauber aus - wenngleich auch ein Mindestmaß an Schutz der Persönlichkeit zu dieser Zeit noch nicht im Mittelpunkt der Planungsüberlegungen stand. Die Regel der Belegungsdichte von max. 12 Betten pro Raum wurde nach dem 2. Weltkrieg völlig aufgegeben. Die Einrichtungen waren in den 1950-er Jahren hoffnungslos überfüllt - und das zeigte sich besonders in den Bettensälen. Aus dem Belegungsdruck heraus standen 24 und mehr Betten in den Räumen - hinter / nebeneinander geschoben und oftmals ohne einen Zwischenraum. Die sanitäre Situation war zudem völlig unzureichend - meistens nur eine Toilette für eine Etage in völlig desolatem Zustand gehörte zum Bild dieser Zeit. Denn in Folge des NS-Regimes und des Krieges war über 20 und mehr Jahre nicht mehr investiert und nur nötigst repariert worden. Die Kranken waren auf engstem Raum unter sehr unbefriedigenden hygienischen Bedingungen in den hoffnungslos überfüllten Raumen untergebracht. Diese Bettensaal-Situation hatte Bestand bis in die 1970-er Jahre. Im Zuge der Psychiatrie-Enquéte gehörte die Auflösung der Bettensäle zu den ersten baulichen Maßnahmen im Rahmen dieser großen Psychiatrie-Reform der 1970-er Jahre. Es entstanden kleine Zimmer mit 2-4 Betten und guten zeitgemäßen Hygienestandards.
Ein Bett dieses Saals wurde bei den Dreharbeiten zum FiIm "Ku’damm 56" verwendet.

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