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LWL-Psychiatriemuseum Warstein Pflegerzimmer

Collection: Pflegerzimmer ( LWL-Psychiatriemuseum Warstein )

About the collection

Der Arbeitsplatz des Irren-Pflegers mit Schreibtisch, Medikamentenvorrat , Pflegeinstrumenten und dem monströsen Schlüsselklotz lag inmitten des Stationsgeschehens. Die dienstlichen Prinzipien der Pflegekräfte waren geprägt durch Strenge, Disziplin und Gehorsam. Das ging auch auf die praktische Arbeit im Stationsalltag über. Nicht selten wurden Patienten auch für ihr undiszipliniertes Verhalten „sanktioniert“ – etwa durch Verlegung in eine andere Station. Die Pflege damals ist mit der heutigen keinesfalls vergleichbar. Bei den seinerzeit eingeschränkten Möglichkeiten, das Krankheitsgeschehen therapeutisch zu beeinflussen, bemühte man sich besonders um eine optimale Versorgung der Patienten in den täglichen Dingen des Lebens, wie Essen, Körperpflege, Kleidung. Die Beaufsichtigung unruhiger und aggressiver Kranker und die Schlichtung von Streitigkeiten und Schlägereien untereinander gehörte zum Arbeitsalltag. In den 20-er Jahren, nach dem 1. Weltkrieg, gehörte die Behandlung der Patienten im Endzustand der „progressiven Paralyse“ als Folge nicht ausgeheilter Syphilis-Erkrankung zum häufigen Krankheitsbild in den Stationen. Die Pflege dieser Patienten mit zunehmender Lähmung war sehr schwierig und mangels pflegetechnischer Möglichkeiten für Patienten und Pfleger sehr belastend.. Selbstverständlich gehörte das Reinigen der Station, die Reparatur der Kleidung und das Fensterputzen genau so zu den Aufgaben wie die Arbeit in der Stationsküche. Oder besser: Es waren dies eher die von den Pflegekräften bevorzugten Arbeiten, die zu dieser Zeit noch immer unzureichend für die schwierige Arbeit mit den Kranken ausgebildet waren.

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